Das Buch der Mitte

Vishal Mangalwadi

Das Buch der Mitte

ISBN: 978-3-03848-004-4

147Überall auf der Welt gab es großartige Erfindungen, doch nur wo das Wohl der Menschen im Zentrum steht, wurden diese auch verwendet und gefördert. In allen Sprachen und Kulturen gab und gibt es besonders intelligente und hoch begabte Menschen, doch nur wo das Wohl der Menschen im Zentrum steht, wird diese Intelligenz und Begabung verwendet und gefördert. Das ist wohl die Hauptaussage von Vishal Mangalwadi im “Buch der Mitte”. Dabei beleuchtet er die verschiedensten Kulturen in sämtlichen Zeitepochen. Von den Griechen über die Römer nach Europa, über die USA nach Südafrika und natürlich auch sein eigenes Land Indien. So gab es in Indien vor langer Zeit besonders gute Ärzte, das Kastensystem jedoch und die fehlende Barmherzigkeit in der Religion, verhinderte den Bau von Krankenhäusern und Pflegeanstalten. So gab es um 1900 in Indien noch keine Hebammen. Erst englische Missionare bauten ein Gesundheitssystem in Indien auf. Das gleiche gilt für die Schulbildung. Während früher nur die “oberen Kasten” lesen und schreiben lernten, das Wissen vor den unteren Kasten sogar geheim gehalten wurde, begannen die Engländer, das einfache Volk zu unterrichten.

Weil ihm das während des Studiums auffiel, begann Mangalwadi die westlichen Kulturen zu studieren. Herausragend empfand er dabei die Zeit der Reformation und so legte er besonderes Augenmerk auf die Auswirkungen der Bibel auf die Völker im Laufe der Geschichte. Hierbei entdeckte er die anfangs erwähnten Unterschiede in den Kulturen. Durch eine biblische Weltanschauung sieht ein Mensch sich vor Gott und den Mitmenschen verantwortlich, daher können viele Fortschritte erziehlt werden, welche dann allen Menschen zur Verfügung stehen. Allgemeinbildung ist eine Frucht der Bibel, viele Schulen und Universitäten wurden aufgrund des biblischen Bildungsauftrages gegründet. Ebenso Krankenhäuser und Gesundheitsprojekte, landwirtschaftliche Errungenschaften und sogar die Gerichtsbarkeit. Länder und Staaten, welche ihrer Bevölkerung dienen sind besser dran, als solche, die ihr Geld in Prestigeprojekte stecken und die Menschen hungern lassen.

Das Buch bietet auch einen Überblick zur Kirchengeschichte, die Auswirkungen der Reformation und viele “Aha-Erkenntnise”. So sind sogar die Nationalstaaten in einem biblischen Denken begründet. Religionen haben normalerweise solches Denken nicht und kein Interesse an weltlichen Staaten. Auch zum Thema Sprache hat Mangalwadi viel zu sagen. Die Elite Europas verwendete Latein um das gemeine Volk auszuschließen, ebenso taten es die Brahmanen in Indien mit Sanskrit. So waren es wieder englische Missionare, welche die heutigen Nationalsprachen Indiens, Urdu und Hindi entwarfen.

Eine biblische Weltanschauung schützt auch vor Korruption und fördert das Ehe- und Familienleben, welches wiederum der Motor einer gesunden Wirtschaft ist. Dabei stehen immer wieder zwei Beweggründe im Vordergrund. Die Verantwortlichkeit vor Gott und die Liebe zu den Mitmenschen.

Am Beispiel von England zeigt er Aufstieg und Niedergang, wie dieser immer wieder von der Einstellung zur Bibel abhängt. So gab es nach der Blütezeit der Reformation einen steilen Abfall, wodurch die englische Bevölkerung verrohte und die Armut himmelschreiend wurde. Dann kam die Erweckungsbewegung, welche in England und später auch in den USA die Menschen zur Umkehr bewegte und wieder soziales und wirtschaftliches Wachstum ermöglichte.

Zwei Fragen stellen sich uns am Ende dieses großartigen Buches. Was wird aus der “westlichen Welt”, wenn sie sich mehr und mehr von der Bibel abwendet? Und, was könnten wir heute tun, um unsere Gaben und Fähigkeiten zur Ehre Gottes und zum Wohl unserer Mitmenschen einzusetzen?

(kleo)

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